Schneckenalarm

Hilfe Schneckenfraß

Kaum ein anderer Schädling kann uns so zur Verzweiflung treiben wie die Schnecken. Immer wieder müssen wir feststellen, dass oftmals schon junge Triebe von ihnen weggefressen wurden. Besonders beliebt sind Salate und Kohl. Der sogenannte Schneckenfraß wird meist durch Nacktschnecken verursacht und kann eine gesamte Ernte vernichten. Nach Niederschlägen kommen die feuchtigkeitsliebenden und nachtaktiven Tiere vermehrt in unsere Beete; auch Hochbeete bleiben nicht verschont. Auf dem Balkon solltest du seltener Probleme mit Schnecken haben, doch finden sie auch dorthin ihren Weg. Aber Schnecke ist nicht gleich Schnecke:
 
Findest du bei dir Gehäuseschnecken, so solltest du sie schonen. Sie ernähren sich fast ausschließlich von toter Substanz und konkurrieren mit den Nacktschnecken um Lebensraum. Auch den Tigerschnegel, zwar ebenfalls eine Nacktschnecke, gilt es unbedingt zu schonen, ja anzulocken. Denn er ist dein Freund und Helfer. Er ernährt sich von Nacktschnecken und ist in der Lage, Exemplare seiner eigenen Größe zu vertilgen. Du erkennst den Tigerschnegel an seinem Leopardenmuster.

Was kannst du tun, wenn deine Pflanzen von Schneckenfraß befallen sind?

In dem kurzen Video zeigen wir dir zwei wirkungsvolle, ökologische Methoden, die du bei Schneckenalarm einsetzen kannst. Weiter unten findest du weitere Möglichkeiten. Grundsätzlich ist es sinnvoll, gerade bei starkem Befall, mehrere Ansätze gleichzeitig zu verfolgen. Denn lieber ein Ende mit Schnecken als Schnecken ohne Ende!


Schneckenbretter auslegen:
Dazu legst du alte Bretter rund um dein Beet oder Hochbeet aus. Kleine Stöckchen oder Äste darunter lassen einen schmalen Spalt zwischen Boden und Brett entstehen. Die Erde unter den Brettern solltest du feucht halten, um so einen attraktiven Lebensraum für die Schnecken zu schaffen. Nach ein paar Tagen werden sich die Schnecken unter den Brettern sammeln, um sich tagsüber vor dem Sonnenlicht zu verstecken. Hier kannst du die Nacktschnecken einfach absammeln und entsorgen.

Zauberstaub verteilen:
Bei vielen Gemüsepflanzen eignet sich der Einsatz von sogenanntem Zauberstaub. Dafür benötigst du etwas Gesteinsmehl, fein gemahlenen Ton oder einfach staubfeine, trockene Erde. Damit stäubst du deine Pflanzen gründlich ein und verdirbst so den Schnecken den Appetit. Auch bei Regen bleibt dank der kleinen Borsten und Härchen auf den Pflanzen immer etwas Staub zurück. Kehren Schnecken zu ihren alten Fraßstellen zurück oder finden sie neue, wiederholst du die Zauberstaub-Behandlung einfach regelmäßig.

Morgens wässern:

Wenn du dein Beet wässerst, dann am besten in den frühen Morgenstunden und nicht abends, denn Feuchtigkeit lockt die dämmerungs- und nachtaktiven Schnecken an. Gießt du jedoch morgens, trocknen Pflanzen und Boden tagsüber ab. So schaffst du eine trockene Athmosphäre, die Schnecken nicht mögen. 

Förderung biologischer Gegenspieler:
Gehäuseschnecken und Tigerschnegel solltest du schonen. Zusätzlich kannst du weitere natürliche Schneckenjäger fördern, indem du Ruhezonen, Versteckmöglichkeiten und Brut-, Nist oder Laichplätze schaffst. Schöne Verstecke beispielsweise für Singvögel, Igel, Spitzmäuse, Frösche oder Kröten sind Stein- oder Asthaufen sowie Hecken und Gebüsche. Oder auch einfach eine „weniger gepflegte“, etwas vernachlässigte Ecke im Garten. Diese bekommt dann gleich eine ganz andere Bedeutung.

Nacktschnecken absammeln:
Bei Massenbefall solltest du die Nacktschnecken morgens und abends absammeln und entsorgen. Bei trübem Wetter und Regen sind sie auch tagsüber unterwegs.

Viele haben beim Kampf gegen Schnecken schon von Bierfallen gehört. Schnecken mögen Bier tatsächlich für ihr Leben gern. Sie kommen um davon zu probieren, geraten teilweise in die Falle und ertrinken darin. Am Ende wirkt das Aufstellen von Bierfallen jedoch kontraproduktiv, da sie Schnecken auch aus großer Entfernung anlocken - zu deiner Schneckenparty sozusagen. Es werden also immer mehr. Nacktschnecken verschmähen übrigens auch tote Artgenossen nicht, weshalb wir ebenfalls von der brutalen Methode des Zerschneidens abraten. Genauso wie von Giftködern, die nicht immer so harmlos sind, wie auf der Verpackung steht.

Weinbergschnecke

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