Kartoffeln

Unsere Kartoffelsorten: 'Belle de Fontenay', 'Blaue Schweden', 'Rosara' und 'Sechswochenkartoffel'

Der „Alte Fritz“, König Friedrich II., führte den Kartoffelanbau mit Hilfe ganz unterschiedlicher Maßnahmen in den preußischen Provinzen ein. Am bekanntesten sind seine 15 ab 1746 ergangenen „Kartoffelbefehle“. Da die Menschen skeptisch blieben, ließ er Kartoffeln auslegen und die Felder bewachen. Diebstahl wurde allerdings nicht geahndet. Sein Vorgehen war erfolgreich, Hungersnöte wurden seltener, und er konnte seine Soldaten billiger als mit Getreide verpflegen. Heute sind Kartoffeln ein unverzichtbares Grundnahrungsmittel.

Die frostempfindlichen Pflanzen gehören zu den Nachtschattengewächsen (Familie Solanaceae). An unterirdischen Ausläufern bilden sich verschieden geformte, mitunter auch mehrfarbige Sprossknollen als Überdauerungs- und Speicherorgane. Bekommen sie Licht, vergrünen sie und werden ungenießbar, ja, sogar giftig. Farbige Sorten schmecken dann wegen ihres Solanin-Gehaltes kratzig.

Wir haben in diesem Jahr diese vier Sorten für euch ausgegraben:

'Belle de Fontenay': 

In Frankreich gezüchtet, erhielt diese früh reifende, fest kochende Sorte 1885 ihre Zulassung. Die Schale und das Fleisch der länglichen, hörnchenförmigen Knollen sind gelb. Gelegentlich zeigt sie ihre hübschen, blass blauen Blüten. Direkt nach der Blütezeit kann geerntet werden, 90 – 110 Tage nach der Pflanzung, also etwa ab Juli. Diese traditionsreiche Salatkartoffel besticht durch hervorragenden Geschmack. 

'Blaue Schweden':

Der Ursprung und das Jahr der Zulassung dieser auch unter den Namen ´Blue Congo` und ‚´Idaho Blue` gehandelten vorwiegend festkochenden Sorte sind unbekannt. Ihr Alter kann man nur an den tief liegenden Augen erahnen, die man bei modernen Sorten in der Regel nicht mehr findet. Die Schale ist beinahe schwarz, das Fleisch roh dunkelblau marmoriert, gegart hingegen einheitlich durchgefärbt. Die mittelfrüh reifende Sorte hat ebenfalls blass blaue Blüten und ist etwas anfällig für Schorf. Geerntet werden kann 130 – 150 Tage nach der Pflanzung. 

'Rosara'

Als rotschalige, vorwiegend festkochende Sorte wurde ´Rosara` erst 1990 in Deutschland zugelassen, ist also vergleichsweise jung. Die langovalen, gelbfleischigen Knollen haben eine glatte Schale und reifen sehr früh bis früh, bereits nach 90 – 110 Tagen. Die unempfindliche, gesunde Sorte trägt blass rosa Blüten.

'Sechswochenkartoffel'

Die 'Sechswochenkartoffel' ist eine im Jahr 1894 zugelassene alte deutsche Landsorte. Ihre länglichen, vorwiegend fest- bis mehlig kochenden Knollen reifen sehr früh, wie der Name schon verrät nach nur 70 – 90 Tagen. Unter der glatten, ockerfarbigen Schale verbirgt sich das hellgelbe Fleisch. Die Blütenfarbe ist weiß.

  

Alles auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name

Solanum tuberosum L.

Saat/Pflanzung/Ernte

Aussaat: ab April (die Anzucht aus Samen wird selten praktiziert, eigentlich nur in der Kartoffel-Züchtung).
Pflanzmonate: April bis Mai
Erntesaison: Juli bis Oktober

Mit der Ernte frühestens während der Blüte beginnen; besser erst, wenn das Kraut abzusterben beginnt.

Saat-/Pflanzhinweise

Hell und kühl vorgekeimte Pflanzkartoffeln mit 30 – 40 cm Abstand in eine 10 – 20 cm tiefe Furche pflanzen und mit so viel lockerer Erde bedecken, dass die nach oben gerichteten kurzen Keime gerade nicht mehr zu sehen sind.

Pflege

Immer wieder anhäufeln, sobald die Triebe die Erde durchbrechen – doch nicht höher als ca. 20 cm. Ab Blühbeginn bis zur Fruchtreife gleichmäßig feucht halten, aber nicht nass. Vor der Ernte das Beet abtrocknen lassen.

Kraut- und Knollenfäule, Schorf, bakterielle und Virus-Krankheiten, Blattläuse, Drahtwürmer (Larven der Schnellkäfer), Kartoffelkäfer, Nacktschnecken, Nematoden und Wühlmäuse können den Ertrag reduzieren, mitunter die ganze Ernte vernichten.