Palmkohl

Palmkohl 'Negro Romano ' 

Bereits im Jahre 1871 wurde Palmkohl auf der kaiserlichen Tafel Wilhelm I. präsentiert. Dann ist er hierzulande fast in Vergessenheit geraten – bis ca. 1990. Palmkohl ist eine Varietät des Gemüsekohls, der zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler (Brassicaceae) gehört. Im ersten Anbaujahr können laufend die ausgewachsenen unteren Blätter geerntet werden. Eine Unterpflanzung bzw. Kombination mit anderen Gemüsen, Kräutern oder niedrigen, einjährigen Blumen macht den Palmkohl zu einem regelrechten Blickfang. Die leider nicht sehr frostharten Pflanzen blühen und fruchten im 2. Jahr. Danach sterben sie meist ab.

Wir haben uns für die im Handel kaum noch anzutreffende Sorte 'Negro Romano' entschieden. Sie wird etwa 1 m hoch, hat einen relativ dünnen, unverzweigten Spross und eine offene Blattrosette. Die ungestielten Blätter haben eine schmale, abwärts gerichtete Spreite. Italienische Auswanderer brachten die Sorte vor langer Zeit nach Argentinien, wo Forscher der russischen Genbank, des heutigen N.I.-Vavilov-Instituts in St. Petersburg während einer Sammelreise auf sie aufmerksam wurden. Von dort gelangte sie in den 1980er Jahren in die deutsche Genbank nach Gatersleben, das heutige IPK, von wo aus sie ihren Weg zu Liebhabern, Erhalter-Organisationen und Züchtern wie z.B. Dreschflegel fand. Unser Saatgut stammt aus eigener Vermehrung.

Modernere Palmkohl-Sorten werden weniger hoch. Sie wachsen gelegentlich sogar buschig. Neuerdings sind winterfestere Neuzüchtungen im Handel, die violette Blätter oder wenigstens farbige Mittelrippen haben.

Als Gemüse genutzt wird nur das blasige, blaugrüne Laub (ohne Mittelrippen): Klein geschnitten, zusammen mit Zwiebeln gegart, in Öl gedünstet, im Ofen als knusprige Chips zubereitet oder roh als Salat gegessen, hat Palmkohl einen feinen, charakteristischen Geschmack. Er ist viel milder als Grünkohl und fester Bestandteil mediterraner Speisen, wie zum Beispiel der toskanischen Gemüsesuppe "Ribollita".

Alles auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name

Brassica oleracea L. var. palmifolia DC.

Saat/Pflanzung/Ernte
•  Saat: Ab März bis Mai
•  Pflanzmonate: April bis Mai
•  Erntesaison: Juli bis Dezember
    Saat-/Pflanzhinweise

    Nahrhafter, gleichmäßig feuchter Boden, ausreichend Wärme und Licht, aber auch für gute Belüftung sorgen.

    •  Reihenabstand: mind. 50 cm 
    •  Pflanzenabstand: mind. 50 cm
    •  Saattiefe: 2 cm

    Voranzucht (indoor) und Direktsaat sind möglich. Bei zu dichtem Stand pikieren / vereinzeln. Dabei etwas tiefer setzen als zuvor.

    Pflege
    •  Nicht austrocknen lassen
    •  bei Bedarf durchdringend wässern
    •  nicht mulchen
    •  welke Blätter entfernen

    •  regelmäßig hacken

    Auf Blattläuse, Erdflöhe (nach der Keimung), Eulenraupen, Kohlfliege, Weißlinge, Weißen Fliegen (Mottenschildläuse, besonders an älteren Blättern) achten. Vor Kaninchen, Mäusen, Nacktschnecken, Ratten und Tauben schützen.

    Regelmäßig ernten.