Shiso

Eine rote Shiso-Landsorte aus Vietnam

„Shiso“, in Japan auch unter dem Namen „Egoma“, in Korea als „Kkaennip“ bekannt, wird bei uns unter dem wissenschaftlichen Gattungsnamen „Perilla“ geführt. Wir bleiben beim erstgenannten japanischen Volksnamen für dieses fernöstliche, einjährige Würzkraut aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Taubnesseln, Thymian und Basilikum zählen zu ihren Verwandten, ebenso die als Zimmerpflanzen beliebten farbenprächtigen Buntnesseln.

Vor einigen Jahren ist der Zierwert dieser bis zu einen Meter hoch werdenden Pflanzen erkannt worden. Seither werden von ihrem augenfälligen Farbspiel vor allem die dunkellaubigen, groß- und geschlitztblättrigen Sorten gern in der Garten- und Landschaftsgestaltung verwendet und mit blühenden Großstauden und Gräsern kombiniert. Als ausgesprochene Kurztagpflanze blüht Shiso erst spät im Jahr.

Etwas Saatgut dieses roten Shiso haben wir von einer vietnamesischen Immigrantin erhalten und anschließend selbst vermehrt. In ihrem winzigen Potsdamer Vorgarten sät und pflanzt sie vielerlei Gemüse und Kräuter aus ihrer Heimat und freut sich, wenn jemand sie darauf anspricht. Einen Sortennamen für ihr „Tía tô“ konnte sie uns nicht nennen. Im Süden Vietnams heißt es übrigens „É tía“. Für sie ist es ihre eigene, unverzichtbare Familiensorte – oder wie man auch sagen könnte, eine Land- oder Lokalsorte. Als es noch keine Züchterfirmen gab, haben Bauern und Gärtner ausschließlich ihre eigenen Saaten verwendet und in der Nachbarschaft getauscht oder verschenkt, eine schöne Tradition, die auch diese Vietnamesin lebt.

Shiso duftet intensiv und würzt stark. Jede Sorte hat ihr eigenes Aroma. Die Blätter können das ganze Jahr über frisch oder eingelegt verwendet werden. Getrocknet verlieren sie etwas an Geschmack, sind aber noch gut für Teemischungen brauchbar, wirken zudem mild abführend und krampflösend, schleimlösend, aber auch gegen Übelkeit und Erkältungen. Das aus den Samen gepresste würzige Öl ist ebenso begehrt wie die gerösteten Samen mit ihrem an Nüsse erinnernden Aroma. Für Überschüsse sind Vögel dankbar, die die Samen gern fressen.

Alles auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name

Perilla frutescens (L.) Britton

Saat/Pflanzung/Ernte
•  Saat: Ab Mai bis Juni
•  Pflanzmonate: Juni bis Anfang Juli
•  Erntesaison: Mitte Juni bis Ende Oktober
    Saat-/Pflanzhinweise

    Die Pflanzen werden dicht gesät und später pikiert oder auf bis zu 30 x 50 cm vereinzelt. Die Samen nur dünn mit Erde bedecken und etwas andrücken.

    Der Boden sollte gut durchlüftet, durchlässig, humos, nährstoffreich und immer etwas feucht sein.

    Pflege

    •  Staunässe vermeiden

    Für einen buschigen Wuchs zunächst die oberen Triebspitzen entnehmen, später auch die großen Blätter ernten.

    Shiso ist wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Blühende Pflanzen werden gern von Bienen besucht.