Buschbohnen

Unsere Buschbohnen-Sorten 'Black Turtle''Purple-Teepee' und 'Saxa' 

Nach Europa gelangten die zunächst als “Welsch Bonen” bezeichneten Gartenbohnen erst nach 1492, verdrängten hier dann schnell die bis dahin kultivierten Acker- und Kuh-Bohnen. Ihre Bedeutung im Anbau wuchs derart schnell, dass sowohl die volkstümliche Bezeichnung als auch der wissenschaftliche Name auf diese neuweltliche Art aus der Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminosen) übertragen wurde. Das führte über Jahrhunderte zur Verwirrung über ihre neuweltliche, indianische Herkunft. 

'Black Turtle'

Buschbohnen - Black Turtle

Von den Körner- oder Trocken-Bohnen werden die vollreifen, trockenen und die halbreifen, schon ausgefärbten, aber noch wasserhaltigen Samen genutzt. Fädige Sorten lassen sich besser dreschen und auspalen als fadenlose. In Mittel- und Südamerika gibt es unglaublich viele, mehr oder weniger ähnliche schwarzsamige Trockenbohnen. In der dortigen Küche sind sie unentbehrlich. Die ursprüngliche 'Black Turtle' wurde 1832 in den USA von dem Samenhändler Grant M. Thorburn angeboten, blieb dort aber bis zum Krieg mit Mexiko (1846-48) weitgehend unbekannt. In den 1840er Jahren gab es auch mehrere Versuche, diese Sorte in Deutschland einzuführen: Hier wurden und werden in der Küche jedoch weißsamige Sorten bevorzugt. Unsere Namenspatin 'Black Turtle' erhielt 2009 in Österreich die Sortenzulassung. Die Sorte wird dort von der Reinsaat KG vermehrt und erhaltungszüchterisch bearbeitet. 

'Purple-Teepee' 

Buschbohne - Purple Teepee

Woher der Name dieser Bohnensorte kommt, erklärt sich beim Blick auf die violetten Hülsen, die bei dieser Sorte besonders zart, fleischig und fadenlos werden. Was jedoch hinter dem zweiten Namensbestandteil steckt? Gut möglich, dass er auf die Behausungen amerikanischer Ureinwohner*innen hindeutet, erinnern doch die 12-15 cm langen Hülsen nebenaneinander hängend entfernt an ein Tipi. Diese hängen nämlich frei über den Blättern – diese Wachstumsform nennt man auch „Gluckentyp“. Durch die gute Erreichbarkeit sind die Hülsen besonders leicht zu ernten. Als ob eine schöne Farbe nicht genug wäre: Beim Kochen erlebt so manche*r ein grünes Wunder, denn die violetten Hülsen verfärben sich in ein dunkles Grün. Feinschmecker*innen verwöhnt ‚Purple-Teepee‘ mit einem aromatischen Geschmack, der unter anderem herzhafte Bohnensalate und Suppen angenehm abrundet.  

'Saxa' 

Buschbohne - Saxa

Quedlinburg ist eines der traditionsreichen deutschen Saatgutzentren. David Sachs (1836-1918) entwickelte seine dort 1878 gegründete Firma zu einem führenden Saatzuchtunternehmen, dem drittgrößten neben den Firmen Dippe und Mette. Im Firmenkatalog taucht die von ihm neu gezüchtete Buschbohne 'Saxa' ab 1913 regelmäßig auf. Sie erlangt wegen ihrer Anbau- und Gebrauchseigenschaften schnell Anerkennung, sogar Berühmtheit und wird als eine Buschbohne mit zarten, grünen, fast geraden, aber fädigen Hülsen beschrieben. Das Korn ist gelb. Die Sorte trägt früh und reich. Neben dieser gibt es von David Sachs bald noch eine verbesserte 'Saxa', die ansonsten sehr ähnliche Weiterentwicklung 'Saxa fadenlos'. Heute werden unter der Sortenbezeichnung mehrere, vom Typ durchaus ähnliche Buschbohnen gehandelt, die in den Händen jeder Züchter*innen naturgemäß winzig kleine Unterschiede erwerben – nur ihr*m bekannte Wiedererkennungsmerkmale. An der guten alten 'Saxa' kommt bis heute niemand vorbei, auch wenn es inzwischen eine Vielzahl längerer, schmalerer, geraderer, ertragreicherer, gut und besser aussehender Buschbohnensorten gibt. 

 

Alles auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name

Phaseolus vulgaris L.

Saat/Pflanzung

Saat: Mitte Mai bis Juli ins Freiland

Pflanzmonate: Bohnen vertragen das Umpflanzen schlecht, notfalls mit Ballen.

Erntesaison: Juli bis Oktober