Kohlrüben

Unsere Kohlrüben-Sorte 'Wilhelmsburger' 

Kohlrübe

Ob Kohl-, Steck-, Butter-, Runkelrübe, Wrucke oder Erd- bzw. Unter-Kohlrabi – dies sind nur einige der vielen Volksnamen dieser Art, die auf ihrer einstmalige Bedeutung hinweisen. Verwechslungsgefahr besteht auch bei der botanischen Zuordnung: So gehört die Kohlrübe nicht zur Art „Rübe“, wie man vermuten könnte, sondern ist eine Unterart des Rapses (Brassica napus). Zu unterscheiden ist sie auch von der Herbst-, Mai- oder Stoppelrübe, die zu einer anderen Kohlart gehört (Brassica rapa).   

Ihren schlechten Ruf trägt die Kohlrübe sehr zu Unrecht. Ein oft zitierter Spruch des auch “Kohlrübenwinter“ genannten Hungerwinters 1916/17 lautet: „Früh Kohlrübensuppe, mittags Koteletts von Kohlrüben, abends Kuchen von Kohlrüben.“ Dieser kohlrübenlastige Speiseplan war eine Folge der Missernte bei Kartoffeln und des Fehlens anderer Gemüse im 1. Weltkrieg und ehrt die Kohlrübe vielmehr für ihre Zuverlässigkeit und Nutzungsvielfalt als Kulturpflanze. 

Während Sorten mit weißem Fleisch als Tierfutter Verwendung finden, sind gelbfleischige Sorten in den Küchen und Kochbüchern von Feinschmecker*innen heimisch. Zu letzteren gehört auch unsere alte Kohlrüben-Sorte 'Wilhelmsburger'. Sie bildet gut geformte, gelbe Steckrüben mit grünem Kopf und festem Fleisch aus. Ihr hoher Ertrag und die sehr gute Lagerfähigkeit machen diese Kohlrübe zu einem wertvollen Wintergemüse. Gut angehäufelt, verträgt die Pflanze auch leichte Fröste. 

Vor allem in nördlichen Breiten steht die kalorienarme Kohlrübe gern auf dem winterlichen Speiseplan. In den letzten Jahren hat sie jedoch an Bedeutung verloren, weswegen ihr Anbau einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt leistet. Voraussetzung dafür sind gute Anbaubedingungen, die sich auf den Geschmack der Pflanze auswirken. Statt übermäßiger Düngung ist der Anbau kleiner Kohlrüben mit intensivem, aber eben nicht strengem Aroma vorzuziehen. In Eintöpfen, als Mischgemüse und auch als Rohkost sorgt die Kohlrübe in der kalten Jahreszeit für willkommene Abwechslung. Wie beim (Ober-)Kohlrabi können auch die Kohlrüben-Blätter als Gemüse genutzt werden. 

Alles auf einen Blick

Wissenschaftlicher Name

Brassica napus L. ssp. napobrassica (L.) Hanelt .

Saat/Pflanzung/Ernte
Saat: April bis Mai
Pflanzmonate: vereinzeln bzw. umpflanzen von Mai bis Juni 
Erntesaison: September bis Oktober (vor den ersten strengeren Frösten)