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Was bedeutet eigentlich Biodiversität?

Biodiversität oder auch biologische Vielfalt beinhaltet grundsätzlich drei große Bereiche, die alle miteinander verbunden sind: die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten und die Vielfalt innerhalb der Arten. Diese drei Ebenen sind miteinander verknüpft.

Was ist überhaupt ein Ökosystem? Das Wort Ökosystem beschreibt das Zusammenwirken von Tieren, Pflanzen und Menschen innerhalb eines gemeinsamen Lebensraums. Alles darin ist dabei voneinander abhängig. Sobald sich ein Bestandteil verändert oder gar komplett fehlt, verändert sich das ganze Ökosystem.

Die Vielfalt der Ökosysteme

Dass es viele und verschiedene Ökosysteme gibt, ist eine Grundvoraussetzung für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Alle Lebewesen sind an Ökosysteme gebunden – das trifft sowohl für Tiere und Pflanzen als auch für Menschen zu. Verändert sich etwas an einem bestehenden Ökosystem, hat das immer einen Effekt auf alle Bestandteile, die hier leben. Besonders drastisch sind negative Effekte für Arten, die nur in einem einzigen Ökosystem leben. Deswegen müssen Ökosysteme geschützt werden, um die darin lebenden Arten, also die biologische Vielfalt, zu erhalten.

Die Vielfalt der Arten

Schätzungen zufolge gibt es bis zu 100 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf der Welt. Innerhalb eines örtlich bestimmten Lebensraums betrachtet man, wie viele verschiedene Arten es innerhalb dieses Lebensraum gibt. Die sogenannte Artendiversität ist somit ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraumes und ein charakteristisches Merkmal für die Biodiversität eines Lebensraums.

Um auf ausgestorbene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten aufmerksam zu machen, gibt es sogenannten Rote Listen, die stetig aktualisiert werden. Der dramatische Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland wird in der Roten Liste für Deutschland deutlich. Über 70% der Lebensräume sind derzeit als gefährdet eingestuft, knapp 30% der ungefähr 3.000 einheimischen Pflanzenarten sind ebenfalls gefährdet.

Die innerartliche (genetische) Vielfalt

Die innerartliche Vielfalt beschreibt die Unterschiede, die Unterscheidungsmerkmale zwischen den einzelnen Exemplaren einer bestimmten Art. Sie wird auch als Vielzahl unterschiedlicher Gene aufgefasst und daher als genetische Vielfalt bezeichnet. Die genetische Vielfalt ist die Grundvoraussetzung dafür, dass sich Lebewesen an Veränderungen der Umwelt anpassen können, zum Beispiel an besonders heiße oder kalte, nasse oder trockene Perioden. Darüber hinaus können Tiere und Pflanzen nur dadurch Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten entwickeln. Zur innerartliche Vielfalt gehören geographisch abgegrenzte Unterarten und Rassen einer Art, bei Kulturpflanzen sind es Sorten, die bestimmten Nutzungsgruppen zugeordnet werden können.

Biodiversität und alte Sorten

Kulturpflanzen- und Sortenvielfalt sind die Grundlage einer gesunden Ernährung. Diese Vielfalt ist eine echte Schatzkammer: Sie federt Umweltveränderungen ab - je vielfältiger das Ökosystem ist, desto stabiler ist es. Je vielfältiger die Nahrung, desto geringer ist die Gefahr, an Mangelkrankheiten oder Allergien zu leiden. Mehr Vielfalt bedeutet auch mehr Genuss. Wer einmal verschiedene Apfelsorten probiert hat, kennt und schätzt die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, Reifegruppen und Verwendungsmöglichkeiten. Allergiker*innen profitieren von der Vielfalt, denn sie finden Alternativen, finden z.B. alte Apfelsorten wie den ‘Schönen aus Boskoop‘, die sie besser vertragen als die meisten der nahe miteinander verwandten modernen Sorten, die gerade den Markt beherrschen. In Industrieländern wie Deutschland werden alte Sorten aber kaum noch im Erwerb angebaut. Die „Generosion“, also der Verlust an genetischer Vielfalt innerhalb einer Art, wird bei landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturpflanzen auf 90% seit Beginn des 20. Jahrhunderts geschätzt. Von etwa 7.000 Pflanzenarten, die heute vom Menschen genutzt werden, sorgen weltweiten nur drei Arten - Weizen, Reis und Mais - für ca. 50 % des menschlichen Nahrungsbedarfs. Laut Schätzung der UNO sind Dreiviertel der landwirtschaftlichen Vielfalt innerhalb der letzten 100 Jahre verloren gegangen.

Zum Schluss ein kleines Video (englisch), das die Quintessenz von Biodiversität illustriert: