Die (t)ollen Knollen – Kartoffeln

Aus einer Mutterknolle, die ca 20 cm tief in den Boden gelegt wird, können nach x bis x Wochen etwa 10-12 Kartoffeln geerntet werden. Die sich während der Blüte  in der Erde entwickelnden Knollen dürfen kein Licht abbekommen, da sie  sonst für uns giftige grüne Stellen bekommen. Daher werden Kartoffeln regelmäßig gehäufelt. Geerntet wird also nach der Blüte, wenn sich das Laub der Pflanze gelb verfärbt und abstirbt. Kartoffelpflanzen erreichen auch angehäufelt noch eine Höhe von ungefähr 30 bis 50 cm. Respektable Leistung, oder?

Keimende Kartoffeln
Erste Triebe
Gehäufelte Kartoffelpflanze
Kartoffelblüte
Kartoffelfrüchte (nicht essbar)
erntereif, Laub abgestorben
geerntete Knollen

Pflanzen | Aussaat

Pflege

Ernte

Schädlinge

Nützlinge

Wusstest du ...

Pflanzen

Kartoffelknollen werden im April oder Mai in die Erde gebracht. Die Knollen sollten dabei bereits erste Keime zeigen. Ist das noch nicht der Fall, kann man sie an einem hellen, aber kühlen Ort vorkeimen lassen, zum Beispiel auf der Fennsterbank. Zum Pflanzen gräbt man ein ca. 20 cm tiefes Loch im Beet oder Hochbeet und legt die Knolle mit den Keimen nach oben hinein und schüttet ein wenig lockere Erde darauf, so dass die kurzen Keime knapp bedeckt sind. Eine Videoanleitung findet ihr unten.

Kartoffeln können auch in Eimern oder Kübeln angebaut werden, z. B. auf dem Balkon. Das Gefäß sollte etwa 30 Liter Fassungsvermögen haben und im Boden ein Loch aufweisen, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. Zur Pflanzung wird der Eimer zunächst nur  5-10 cm hoch mit Erde befüllt, eine keimende Kartoffel mittig hineingelegt und anschließend mit lockerer Erde bedeckt, dass die Keime knapp nicht mehr zu sehen sind. Im Laufe der Zeit wird nach un nach immer mehr Erde in den Eimer gegeben, bis er am Ende dann ganz gefüllt ist. Auch hier wartet eine Videoanleitung für Euch.


Kartoffel pflanzen am Beet
Kartoffel pflanzen am Hochbeet
auf dem Balkon

Pflege

Sobald sich die ersten Triebe blicken lassen, geginnt man mit dem häufeln, füllt ihr das Pflanzloch nach und nach mit Erde auf (im Beet oder Hochbeet) und häufelt die Kartoffeln - jedoch nie höher als 20 cm. Wie das geht und warum das der Pflanze guttut, könnt ihr hier nachlesen.

Sind eure Kartoffeln im Eimer (gepflanzt, meinen wir), dann habt ihr bei der Pflanzung ohnehin nur wenig Erde eingefüllt und die Kartoffeln gerade so mit Erde bedeckt, dass die Keime Licht bekommen. Durch das regelmäßige Häufeln füllt ihr den Eimer nach und nach mit Erde, bis er fast voll ist. Lasst dabei immer einen kleinen Gießrand. Schaut euch dazu unser Video an:


Kartoffeln häufeln im Eimer
Wie wässern?

Am Anfang geben wir kein Wasser, denn die Knollen haben selbst viel Feuchtigkeit gespeichert. Außerdem kann es in den noch frischen Aprilnächten kühl werden - feuchte Erde kühlt noch schneller aus und würde den kälteempfindlichen Knollen, vor allem aber den Keimen zusetzen.

Spätestens, wenn die Kartoffelpflanze blüht, solltet ihr den Boden aber gleichmäßig feucht halten. Den Boden bis zur Blüte nie austrocknen lassen, später auch intensiver gießen. Sobald die Blätter vergilben, könnt ihr eure Kartoffel abtrocknen lassen, das heißt, ab dann nicht mehr gießen.


Ernte

Wann ernten?

Wenn das Kraut sich gelb verfärbt und abstirbt, beginnt die Erntezeit. Besonders lecker schmecken die Knollen, wenn das Laub schon richtig abgestorben aussieht. Das kann je nach Sorte 70 bis 180 Tage ab der Pflanzung dauern. Wie lange dauert es denn bei dir? Unser Tipp: Richtig ausgereifte Kartoffeln schmecken intensiver und sind weniger wässrig als zu früh geerntete.


Wie ernten?

Bevor die Kartoffel auf deinem Teller landet, ist noch ein wenig Arbeit nötig. Wie du am besten erntest, hängt von deiner Anbauweise ab:

  • Im Beet stichst du einen Spaten etwas von der Pflanze entfernt, aber tief ein, hebst die Erde an und lockerst sie so. Fasse die Pflanze am welken Kraut an und nimm so die Knollen mit aus dem Boden. Da Knollen abfallen können, mit den Händen in der Erde nachsuchen,- aber bitte ohne spitze Geräte, sonst gibt’s vielleicht BeschädigungenKartoffelmus. 
  • Für das Hochbeet gilt im Prinzip dasselbe Vorgehen, nur hast du hier weniger Platz. Daher empfehlen wir statt eines Spatens eine Handschaufel
  • Eine Kartoffel im Eimer erntest du, indem du eine Plane oder Folie auslegst, den Eimer darauf umstürzt und die Kartoffeln herausklaubst

Schädlinge

Welche Schädlinge kann ich beobachten?

Nicht nur uns Menschen schmeckt die Kartoffel: Auch bei Kartoffelkäfern, Nematoden (Fadenwürmern), Engerlingen und Mäusen steht sie auf dem Speiseplan.  


Kartoffelkäfer
Egerlinge
Drahtwürmerlöcher
angefressen von Mäusen
geerntete Knollen
Was kann ich gegen Schädlinge machen?

Nützlinge

Welche Nützlinge kann ich beobachten?

Doch kannst du nicht nur “Schädlinge”, sondern auch Nützlinge bei deinen Kartoffelpflanzen beobachten: Zum Beispiel Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegenlarven, die ihrerseits wieder die “Schädlinge” zum Fressen gern haben. Welche Tiere besuchen denn deine Kartoffeln?

Marienkäfer
Engerlinge
Kartoffel blüht
erntereif, Laub abgestorben
geerntete Knollen

Wusstest du ...

  • Die Kartoffelpflanze bildet am Ende ihres Lebens außer den Knollen auch noch Früchte, die von Sorte zu Sorte unterschiedlich aussehen
  • Wenn ihr wollt, könnt ihr die Früchte aufheben und im kommenden Jahr aussäen. Mehr zur Saatgutgewinnung lest ihr hier auf der Webseite unter Saatgutvermehrung 
  • Der Giftstoff in grünen Kartoffeln heißt Solanin…

Black Turtle – Alte Sorten für junges Gemüse – ist ein Projekt von Ackerdemia e. V., gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen des Verbundvorhabens “Alte Sorten für junges Gemüse“ zusammen mit dem BUND Brandenburg.