Langeweile im Beet? Nicht die Bohne!

Die oval- bis nierenförmigen Samen der Bohne werden leicht in 5-10 cm tiefe Rillen gedrückt und sind in 8 bis 14 Wochen erntereif. Durch regelmäßiges Häufeln bis zu den Keimblättern kann ein Abbrechen der Seitentriebe verhindert werden.

Die Wuchsform der Bohnen fällt je nach Sorte unterschiedlich aus: Von voluminös und buschig (“Buschbohnen”) bis zu Trieben, die regelrecht in die Höhe schießen (“Stangenbohnen”) ist alles dabei. In der Regel wird die Buschbohne 30-50 cm hoch, manche Stangenbohnen erreichen jedoch Höhen von über 2 Metern

Keimblätter der Bohne Saxa
Junge Bohnenpflanze
Blühte der Black Turtle
ausgereifte Bohne
geerntete Bohnen

Aussaat

Die Bohnensamen legst du frühestens ab 20. Mai, spätestens Anfang Juli in die Erde. Zu spät gesäte Bohnen reifen nicht mehr gut aus. Hebe dazu mit der Hand oder einer Gartenschaufel eine 5 bis 10 cm tiefe Furche in deinem Beet aus. Die Samen legst du dann mit einem Abstand von etwa 10 cm hinein und drückst sie höchstens 1-2 cm tief in die Erde. Am besten so, dass sie gerade nicht mehr zu sehen sind.

Du kannst die Bohnen auch zeitversetzt säen. So sorgst du für eine regelmäßige Ernte. 
 

Aussaat der Bohnen

Pflege

Sind die ersten Keime 1-2 Wochen nach der Saat zu sehen, spricht man vom “Aufgang”. Für dich heißt das: Ebne die Rillen mit etwas Erde ein. Solltest du kranke, welke Blätter entdecken, entferne am besten die ganze Pflanze.
Gehen die Bohnen zu dicht nebeneinander auf (etwa bei zu dichter Aussaat), solltest du sie auf 5 - 10m cm vereinzeln, damit sich jede Pflanze gut entwickeln kann.

Regelmäßiges Hacken lockert den Boden auf und sorgt für gute Belüftung. Gemulcht werden Bohnen nicht, denn als Schwachzehrer ziehen sie verhältnismäßig wenig Nitrate und Nährstoffe aus dem Boden.
Spätestens, wenn die ersten Blätter voll ausgewachsen sind, solltest du die Bohnen häufeln. Lockere dazu etwas Erde zwischen den Saatreihen mit der Hand oder einer kleinen Hacke und häufele sie bei den Bohnen zu einem kleinen Damm auf. Dabei sollte die Erde höchstens bis zu den Keimblättern reichen. Durch das Häufeln bekommen die Pflanzen etwas mehr Stabilität.

Bei stark wachsenden Sorten kürzt du die Seitentriebe ein. Stangenbohnen benötigen eine Rankhilfe. Buschbohnen entwickeln nur selten, z. B. im Schatten, hohe Triebe und sollten dann auch angestäbt werden.
Wenn die Bohnen abreifen, pflücke welkes Laub ab.  

Bohnen häufeln
Wie wässern?

Sobald die Keime sich zeigen, steigt ihr Wasserverbrauch, daher ist regelmäßiges Gießen angesagt. Gehe dabei aber sparsam mit dem Wasser um. Achte darauf, die Blätter nicht zu benetzen, also besser zwischen den Reihen gießen. 

Ernte

Wann ernten?

Die Erntezeit ist je nach Sorte unterschiedlich. Manche Bohnen sind schon Anfang Juli erntereif, andere erst ab September. Bei der Bestimmung der Erntereife kann dir der “Brechtest” helfen: Weist die Bohne beim Durchbrechen eine glatte, saftige Bruchstelle auf, kannst du sie ernten. Einige Bohnen kannst du auch im unreifen Zustand ernten. 

Wie ernten?

Gehe beim Ernten vorsichtig und behutsam vor und Ernte die Früchte mit ihrem Fruchtstiel. Dazu kannst du die Hülsen einfach mit den Fingern “abknipsen”. Ernte deine Bohnen nach Sorten und nach dem Entwicklungsstadium getrennt: Schnippel- oder Brechbohnen sind noch knackig, Flageoletbohnen ausgereift mit ledriger Hülse und noch wässrigen Samen, Trockenbohnen haben trockene Hülsen und Samen. Unreife Bohnen bitte baldmöglichst verbrauchen. Trockene, reife Samen kannst du mehrere Jahre lang aufbewahren und noch bis zu 4-5 Jahre lang aussäen.
Eine Buschbohne gibt bis zu 500 Gramm, Stangenbohnen sogar bis zu 1,5 kg Ertrag.  

Schädlinge

Welche Schädlinge kann ich beobachten?

Bohnen locken in unterschiedlichen Stadien verschiedene “Fressfeinde” an. Der Bohnenkäfer stürzt sich mit Vorliebe auf das Saatgut und die Trockenbohnen. Die Keimpflanzen der Bohnen hingegen lassen sich mitunter auch Vögel schmecken. Blattläuse hängen oft in Trauben an den grünen Trieben.

Bohnenkäfer
© Tobias 67, Acanthoscelides obtectus TP08, CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons
Bohnenkäfer in Samen
© Rasbak, Bonenkever Acanthoscelides obtectus, CC BY-SA 3.0/Wikimedia Commons
Läuse an der Black Turtle
Was kann ich gegen Schädlinge machen?

Wusstest du ...

  • ... dass die heutzutage bei uns verbreiteten Bohnensorten ursprünglich aus der Neuen Welt stammen? Seit ihrer Einführung in Europa nach 1492 haben sie die heimischen Acker- und Kuh-Bohnen weitgehend verdrängt.
  • ... woran es liegt, “jedes Böhnchen ein Tönchen” gibt? Das kommt von schwerverdaulichen Kohlenhydraten. Die sorgen bei Menschen, die selten Hülsenfrüchte verzehren, für Blähungen. Bohnen, Erbsen und Linsengerichte sind aber sehr gesund und ein wichtiger Bestandteil einer abwechslungsreichen Ernährung. Also einfach mehr Hülsenfrüchte essen und die Tönchen lösen sich in Luft auf.

Hier kannst du noch mehr über Bohnen erfahren und entdecken

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Black Turtle – Alte Sorten für junges Gemüse – ist ein Projekt von Ackerdemia e. V., gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen des Verbundvorhabens “Alte Sorten für junges Gemüse“ zusammen mit dem BUND Brandenburg.