Salat ganz endividuell - die Endivie

Bis ein winziges Samenkorn zu einer prächtigen Rosette von 30 bis 50 cm Durchmesser heranwächst, vergehen schon etliche Wochen. Ernten kannst du Endivienblätter jedoch wie Pflück- und Schnittsalate bereits früher, zum Beispiel als Baby Leaf. Seine leicht bittere Geschmacksnote macht die kräftige, reichblättrige Rosettenpflanze zu etwas Besonderem – ganz “endividuell” eben!

Saatgut
Keimling
Endivie, ausgewachsen

Pflanzen

Säe Endiviensamen nicht vor Mitte Juni und spätestens bis Mitte Juli (Faustregel: Wenn die Tage kürzer werden). Auf die sehr kleinen Samen solltest du bei der Aussaat ein gutes Auge haben, da sie leicht aus der Tüte fallen und verloren gehen können. Die Aussaat kann als Haufen-, Band- oder einzeln als Reihensaat direkt auf den gelockerten Boden erfolgen. Dazu vermischst du die winzigen Samen mit etwas handfeuchter Erde, die du dann sehr dünn auf dem Beet oder Pflanzkasten ausbringst. Dann mit dem Rücken eines Rechens oder deiner Hand leicht andrücken

Wenn dir mehr Platz zur Verfügung steht, säe die Samen im Abstand von 30 cm aus – und etwa im selben Reihenabstand. Hast du die Samen zu eng ausgesät? Kein Problem, denn die Jungpflanzen lassen sich später gut pikieren bzw. vereinzeln.


Aussaat Set 2

Pflege

Hast du Mitte Juni gesät, kannst du nach ein bis zwei Wochen den Aufgang beobachten. Bedrängen sich die Sämlinge, solltest du sie pikieren oder vereinzeln. Mehr zum Thema Pikieren erfährst du hier. Am besten in einem frühen Stadium, wenn die Jungpflanzen erst zwei bis drei Blätter aufweisen. Achte darauf, dass die Keimblätter der Jungpflanzen über dem Boden bleiben.

Zum Pflegeprogramm gehört auch regelmäßiges Hacken und Jäten. Endivien sind Schwachzehrer. Häufeln oder mulchen solltest du sie daher keineswegs. Kranke und früh schossende Pflanzen entfernst du am besten so früh wie möglich.

Pikieren
Wie wässern?

Gieße die Endivien sparsam, aber regelmäßig. Dies gilt besonders in der ersten Wachstumsphase, die in die meist trocken-heißen Sommermonate fällt.


Ernte

Wann ernten?

“Erntereif” sind deine Endivienpflanzen bereits nach vier bis sechs Wochen, auch wenn die Blätter noch klein sind. Dann kannst du sie nämlich als Baby Leaf ernten – das empfehlen wir vor allem bei dichter Aussaat in beengten Platzverhältnissen, wie z. B. im Pflanzkasten auf dem Balkon. Durch die Teilernte sorgst du für regelmäßigen Endivien-Nachschub auf deinem Teller.
Ab September bis November – und bei ausreichend Platz – wächst die Endivie zu einer voll ausgewachsenen Rosette heran, wie du sie bestimmt vom Gemüsestand kennst. Ein solcher Koloss bringt bis zu 1,5 Kilogramm auf die Waage! Der tatsächliche Ertrag ist jedoch von zahlreichen Faktoren wie Erntezeitpunkt und Nutzungsrichtung abhängig.

Wie ernten?

Gehe bei der Baby Leaf- oder Teilernte wie beim Schnitt- oder Pflücksalat vor, indem du die Blätter am Stielansatz abzupfst oder -schneidest. Das geht nicht ganz so leicht wie beim Salat. Geerntete Endivienblätter immer gut waschen und putzen! Gerade in großen Endivienrosetten verstecken sich gerne Schnecken. Einzeln geerntete Blätter verbrauchst du noch am selben Tag. Eine große Rosette kannst du schattig im Freiland in einem Gefäß mit etwas Wasser höchstens 1 - 2 Tage lang aufheben, im Kühlschrank in Folie und ein feuchtes Tuch eingeschlagen ungefähr genauso lange.

Schädlinge

Welche Schädlinge kann ich beobachten?

Am häufigsten wirst du deine Endivie vor Nacktschnecken verteidigen müssen, die sich zwischen den engen Blattlagen gern häuslich einrichten. Unter der Erde, an den Wurzeln, können sich Drahtwürmer und Engerlinge zu schaffen machen.

Nacktschnecke
Drahtwürmer
 © Rasbak, Coleoptera larvae (ritnaalden), CC BY-SA 3.0/Wikimedia Commons
Blattläuse
Was kann ich gegen Schädlinge machen?

Nützlinge

Welche Nützlinge kann ich beobachten?

Kleine, räuberisch lebende Kurzflügel- und Laufkäfer finden sich schnell ein, wo es etwas zu fressen gibt. Sie bevorzugen lockere, humose und strukturreiche Böden, die ihnen außer Nahrung auch Versteckmöglichkeiten bieten.

Wusstest du ...

  • ...  dass die Endivie im Französischen umgangssprachlich mit „chicorée“ und der Chicorée mit „endive“ bezeichnet wird? Im deutschsprachigen Raum stiftet das regelmäßig Verwirrung!
  • ... dass der Naturforscher Carl von Linné (1707-1778) Wegwarten (Cichorium), zu denen auch die Endivie zählt, in seine Blütenuhr im Botanischen Garten von Uppsala aufnahm? Wegwarten blühen nämlich zwischen fünf und vierzehn Uhr.
  • ... dass die Endivie besonders im Mittelmeerraum populär ist? Hier werden auf den Märkten sogar wildwachsende Endivien angeboten.
  • ... dass Endivien im Rheinland traditionell mit gebratenem Speck, Zwiebeln und Stampfkartoffeln als “Endivien untereinander” gegessen werden? Unsere vegetarische Variante mit Kartoffeln findest du hier zum Nachkochen.
  • ... dass die Endivie entfernt mit Löwenzahn verwandt ist (mit der Pflanze, nicht der Fernsehsendung)? Beide gehören dem Tribus Cichoriae an.

Hier kannst du noch mehr über Endivien erfahren und entdecken

Schau doch auch auf unsere Rezeptseite vorbei, erfahre mehr über unsere Endiviensorte und informiere dich über das Thema Saatgutvermehrung.

Black Turtle – Alte Sorten für junges Gemüse – ist ein Projekt von Ackerdemia e. V., gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen des Verbundvorhabens “Alte Sorten für junges Gemüse“ zusammen mit dem BUND Brandenburg.