Shiso - ein Exotin aus Vietnam

Shiso, auch nach ihrem wissenschaftlichen Gattungsnamen “Perilla” genannt, ist hierzulande (noch) weitestgehend unbekannt. Ganz anders in Fernost: In China heißt die Pflanze “sun-tzu” oder “hsiang sui”. Japaner kennen sie als “shiso”, “ao-shiso” oder “e-goma”, in Hindi nennt man sie “bhanjira, koreanisch “Kkaennip”, in Thailand “hom tô”, in Vietnam u.a. “tia tô” und “phjăc hom đeng”. Dieses Kraut macht seinen vielen Namen alle Ehre, denn es ist gleichzeitig Heilpflanze und Küchenkraut. Aus der asiatischen Küche sind die intensiv duftenden, nesselförmigen Blätter nicht wegzudenken. Traditionell werden sie zusammen mit Sushi serviert.

Shiso Saatgut
Keimling
junge Pflanze

Pflanzen

Die Shiso-Pflanzen sind einjährig, wachsen buschig und erreichen eine Wuchshöhe von ungefähr 30-60 cm. Man kann Shiso entweder in Topfplatten auf der warmen Fensterbank im Frühjahr vorziehen oder im Mai/Juni direkt ins Freiland säen. Mitunter wird auch die Ausaat im Herbst bevorzugt, um die Dormanz der Samen zu brechen und einen gleichmäßigen Aufgang zu erzielen. Sparsam aufgetragener Mulch verhindert, dass die Saat verschlämmt wird.

Bei der Aussaat wird dicht gesät und später pikiert und auf bis zu 30 x 50 cm vereinzelt. Für diesen Lichtkeimer eignet sich am besten ein Standort, der sonnig bis halbschattig ist. Die Samen sollten nur leicht mit Erde bedeckt und etwas angedrückt werden. Die Keimung dauert dann circa 2-4 Wochen und benötigt eine Keimtemperatur von 20 bis 22 Grad Celsius.


Pflege

Der Boden sollte gut durchlüftet, durchlässig, humos, nährstoffreich und immer etwas feucht sein. 

Wie wässern?

Unbedingt Staunässe vermeiden. Der Boden sollte trotzdem kontinuierlich feucht sein.

Ernte

Für einen möglichst buschigen Wuchs zunächst die oberen Triebspitzen entnehmen, später auch die großen Blätter ernten. Sie können nach Bedarf kontinuierlich gepflückt werden, schmecken leicht minzig, und erinnern gleichzeitig an Zimt und Anis. Shiso eignet sich hervorragend zur Beimischung für Salate. Aber auch Fisch- und Gemüsegerichte bekommen durch Shiso das gewisse Etwas. In Asien wird Shiso am häufigsten für Sushi und Shashimi verwendet.

Am besten verwertet man die Blätter übrigens direkt frisch, da sie getrocknet etwas an Aroma verlieren. 

Schädlinge

Shiso ist wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Blattläuse könnten eventuell lästig werden.

Nützlinge

Blühende Pflanzen werden gern von Bienen besucht.

Wusstest du ...

  • … dass zu Shisos Verwandten auch gute alte Bekannte wie Thymian und Basilikum zählen?
  • … dass Shiso eine Heilwirkung besitzt und der aus den Blättern gewonnen Tee bei Erkältungen helfen soll, weil dieser eine entzündungshemmende und schleimlösende Wirkung hat? Auch eine antibakterielle Wirkung wird der Pflanze zugeschrieben.
  • …. dass es neben unserem roten Shiso noch deutlich dunklere, aber auch rein grüne Sorten gibt?

Hier kannst du noch mehr über Shiso erfahren und entdecken

Schau doch auch auf unsere Rezeptseite vorbei, erfahre mehr über unsere Shisosorte und informiere dich über das Thema Saatgutvermehrung.

Black Turtle – Alte Sorten für junges Gemüse – ist ein Projekt von Ackerdemia e. V., gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen des Verbundvorhabens “Alte Sorten für junges Gemüse“ zusammen mit dem BUND Brandenburg.